über die DORFGEMEINSCHAFT

Die viel zitierte “Dorfgemeinschaft”, so wurde mir vor Kurzem klar, birgt hintergründig und gut verborgen mehr Ausschliessendes als Verbindenes.

Abgesehen davon, dass in den meisten Dörfern Tujenhecken und Rollläden das Dorfbild bestimmen und sich die Bevölkerung eh nur mehr zu Kirchgang und zum Feuerwehrheurigen trifft, die Dorfgmeinschaft also meistens nur mehr in der Fantasie mancher Altvorderen besteht.

Also mal ganz abgesehen davon und angenommen es wäre noch alles beim Alten und es gäbe sie noch die traditionelle “Dorfgemeinschaft”, also vorwiegend Landwirtschaft, wenig Pendler, zum 12 Uhr Läuten kommen die Bauern vom Feld. Manche am Leiterwagen mit den Rössern “Fritzl” und “Franzl” vorgespannt, manche mit dem geschulterten Rechen durch die Viehtrifft heimwärts wandernd, dabei fröhlich plaudernd die letzen Entgleisungen des Huber-Bauern belachend.

Wenn es dieses Bild also noch gäbe, was drückt dann der Begriff “Dorfgemeinschaft” aus? Ist es nicht ein Paradoxon im selben Wort die “Gemeinschaft” zu beschwören und sie im selben Atemzug durch das Hinzufügen des Begriffes “Dorf” wieder massiv einzuschränken? Kehrt sich die Bedeutung dadurch nicht sogar um? Wird aus dem vordergründig positivem Begriff nicht ein Affront? Wir gegen die anderen. Alle gegen uns. Mit denen aus dem Nachbardorf? Aber nie! Wir haben eh unsere eigene Dorfgemeinschaft.

Der Begriff manifestiert Außengrenzen wo keine sein müssten und animiert die Menschen diese zu verteidigen. Selbst wenn es keine Angreifer gibt. Auf diese Art kann sogar ein friedlicher Nachbar zum Angreifer werden. Sehr gut, dass wir dann -im Falle eines Angriffes durch bösartige Nachbarn unsere Dorfgemeinschaft haben.
Sie bietet uns Schutz und das Gefühl nicht alleine zu sein.

Teile und Herrsche!

Wieder und wieder, wiederholt sich dieses alte Modell. Durch das Beschwören der Dorfgemeinschaft wird die Bevölkerung -vornehmend die ländliche- in kleine gut beherrschbare Einheiten geteilt. Niemand hat Interesse an selbstermächtigten Menschen, die in gegenseitiger Achtung und Wertschätzung miteinander gut leben.

Ich plädiere dafür die “Dorfgemeinschaft” abzuschaffen und durch eine erdumspannende Liebe zu allen Menschen zu ersetzen.
HOW

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