Der Kunde ist König! Ist der Kunde König?

Um bei einen Gangrad den hinteren Zahnkranz zu lösen benötigt man eine Kettenpeitsche und einen “Abzieher“. Beides habe ich.

Also beschloss ich gestern bei meinem Rad den schon lange überfälligen Wechsel vorzunehmen und kaufte einen neuen Zahnkranz. In der Werkstatt merkte ich, dass mein Abzieher für meine Schaltung offenbar nicht geeignet ist. Dieser lange Dorn, der da herausschaut, passte nicht zu meiner Nabe (Dual-Drive/Innenschaltung).

Um fachmännischen Rad-Rat einzuholen und gegebenenfalls ein geeignetes Werkzeug zu kaufen bin ich also samt Werkzeug und Hinterreifen in ein nahegelegenes Fachgeschäft am Nestroyplatz gepilgert und mit dem dortigen Verkäufer entspann sich folgender Dialog:

Ich: Guten Tag, darf ich Sie um einen Rat bitten?
Verkäufer: hm ?
Ich: möchte gerne diesen Zahnkranz demontieren, habe aber ein Problem mit diesem Werkzeug. (zeige ihm meinen Abzieher)
Verkäufer: murmelt (verächtlich) “SRAM”  (das ist der Hersteller der Schaltung)
Ich: Ja?
Verkäufer: Sie möchten also diesen Kranz demontiert haben?
Ich: Ich bastle gerne, und würde ihn gerne selbst demontieren, darf ich bitte kurz mit dem Mechaniekr sprechen:
Verkäufer: Auf keinen Fall, außerdem geht der in 10 Minuten heim.
Ich: Bitte! Sie kennen mich doch – ich habe auch schon viel gekauft bei Ihnen
Verkäufer: kommt nicht in Frage – außerdem: sie sind doch so ein Bastler
Ich: (traurig und ang´fressn) Es tut mir leid. Ich verstehe Sie nicht.

Ich bin dann wieder in die Werkstatt, habe nach “SRAM und Zahnkranz-Demontage” gegoogelt, beim ersten Link festgestellt, dass das Abziehwerkzeug in dem Fall etwas anders ausschaut, habe meines entsprechend angepasst (kaputt gemacht) und konnte dann die Reparatur doch noch durchführen

Übrigens: Der Name des “Fachgeschäftes” scheint identisch zu sein mit dem Pferd von Winnetou. Und so, wie ich vermutlich nie wieder einen Teil von Winnetou anschauen werde, werde ich vermutlich auch nie wieder diesen mürrischen Typen besuchen gehen.

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